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Die 7 Artefakte - Kapitel 7: 'Spielabend 24.5.2003 - Schwarz! (Wolfgang)'   
Da standen wir also im schwarzen Dungeon vor schwarzer Tür mit schwarzem Schlüssel. Was machen richtige Helden also in so einem Fall? Sie stürzen sich in die Schwärze. Die Falle an der Tür war ja glücklicherweise schon von Garrett ausgelöst worden, also brauchte man nur noch aufsperren. Dahinter war ein Gang, dessen Farbe war (oh Wunder!) schwarz, also schwarz verputzte Wände und schwarze Fliesen auf dem Boden. Das war nach einer Weile schon fast langweilig, aber glücklicherweise fanden wir bald eine Abwechslung: Nach einer Gangbiegung waren violette Steine in den Boden eingelassen, die das Wort „Nacht“ ergaben. Das passte recht schön zur Atmosphäre hier. Die Steine ließen sich nicht drücken und waren auch nicht magisch, also war ihr Sinn wohl wirklich nur die Inschrift. Nach weiteren Gangbiegungen fanden wir noch „ohne Sterne“ und „öffnet“. Also, „Nacht ohne Sterne öffnet…“, ja aber was denn? Eine dieser gegenüberliegenden Türen, die wir jetzt hier am Gangende gefunden hatten?
Eine sah recht normal aus, etwas dunkler als sonst, aber insgesamt war es eine stinknormale eisenbeschlagene Dungeontür. Die andere hatte weder Klinke noch Schloss und war von merkwürdigen Runen umgeben, insgesamt also ein sehr verdächtiges Teil. Hinter der normalen Tür war auch ein ganz normaler Lagerraum für Abenteurer-Standard—Equipment. Das einzige nicht normale war die unter einem Stapel leerer Säcke verborgene Leiche in der Mitte des Raumes. Was das Ganze noch ein wenig unnormaler machte war, dass es die schon einige Tage alte Leiche von Xerxes war, mit dem wir erst vor einigen Stunden gesprochen hatten. In den Säcken lag noch ein kleines Fläschchen mit einer grünen Flüssigkeit rum, die sich nach einem Gift erkennen – Zauber von Marouque als kompliziert zusammengesetztes Nicht-Gift entpuppte. Außerdem hatte der Ex-Xerxes noch einige Runen auf die Brust gemalt, die den Runen an der anderen Tür verdächtig ähnlich sahen. Wir kamen zu dem Schluss, dass das wohl der echte Xerxes gewesen sein musste und der andere ein Doppelgänger war. Wenn man die Situation in M’Har Toc bedachte, wo es vor sich seltsam benehmenden oder wegsterbenden Doppelgängern nur so wimmelte, dann erschien das sogar noch logischer.
Jetzt versuchten wir uns doch nochmal an der anderen Tür. Ausgerechnet Garrett, der hier drin sowieso schon von Panikattacken gequält wurde, fühlte sich berufen, die Tür zu berühren. Leider hatte das die unangenehme Auswirkung, dass beim Berührer seine schlimmsten Ängste und Erinnerungen an die Oberfläche kamen. Also hatten wir statt einem Dieb nun nur noch ein wimmerndes Häufchen Elend, das zusammengekauert an der Dungeonwand lehnte. Wir versuchten nun einige Wörter, die vielleicht die Tür öffneten, wie „Dunkelheit“, „Türe“, usw., aber keine Wirkung. Auch das komplette Löschen des Lichts bewirkte nichts außer kompletter Dunkelheit. Draszmar berührte nun die Runen neben der Tür, das hatte aber die gleiche Auswirkung wie bei der Tür selber. Draszmar hatte sich aber besser im Griff als Garrett und nach einem kurzen Schock konnte er wieder klar denken. Leider fühlte sich Zlorf nun auch noch berufen, an der Tür herumzufummeln und gleich darauf hatten wir zwei bibbernde Gestalten am Boden.
Zu allem Überfluss hatte sich nun auch noch Garretts chronisch schmerzender Finger schwarz verfärbt. Es kam der Vorschlag auf, den Finger jetzt gleich hier zu kappen, um eine weitere Ausbreitung des Schadens zu verhindern, doch Garrett hatte etwas dagegen. Wir kamen zu dem Schluss, dass es wohl das Beste wäre, erstmal den Dungeon zu verlassen und einen Tempel aufzusuchen. Dazu mussten Zlorf und Garrett natürlich erst mal wieder zurechnungsfähig gemacht werden. Nach gutem Zureden rappelte sich Zlorf wieder auf, aber Garrett machte Schwierigkeiten. Sowohl der freundliche Hinweis von Draszmar, dass ihm der Finger abfaulen würde, wenn er keinen Tempel aufsuchte noch Valerias aufmunternde Ohrfeigen und Zurufe wie „du Waschlappen“ halfen erstmal nichts. Nach einer Weile Bearbeiten ging es aber dann doch. Wir stopften den Rest-Xerxes noch in einen Sack und nahmen ihn mit, konnte ja noch irgendwie nützlich werden.
Draußen teilten wir uns auf: Marouque ging mit Zlorf und Garrett zum Siem-Tempel und der Rest unter der Leitung von Draszmar in die Feuermagier-Gilde um dort die Xerxes-Überreste zu präsentieren. Die Diensttuende Siem-Priesterin war ziemlich entsetzt über den Finger und überlegte erstmal, ob Amputation nicht doch das Beste wäre. Doch dann erbarmte sie sich und schleppte Garrett mit ins Tempelinnere. Die entsetzlichen Schreie, die bald darauf aus dem Tempel zu hören waren, schienen zu Garrett zu gehören. Das war wohl schlimmer als Zahnarzt. Als die Priesterin mit einem etwas bleichen und Fingerverbundenen Garrett wieder erschien, sah sie ziemlich ernst drein und hatte eine Phiole mit schwarzer Flüssigkeit dabei. Sie meinte, die Vergiftung wäre göttlichen Ursprungs gewesen und zwar vom Namenlosen (*schauder*)! Die Flüssigkeit war das verseuchte Blut, das aus Garretts Finger abgelassen worden war und die Priesterin meinte, vielleicht könnten wir es noch brauchen.
Die Feuermagier waren von den Sachverhalten, die wir ihnen präsentierten geistig gewaltig überfordert. Sie hatten gerade noch unsere Story über den Lloth-Tempel verdaut, aber der tote Xerxes, die finsteren Dungeons unter der Stadt und auch noch die Storys über M’Har Toc und Kendoa, die wir ihnen auch noch reindrückten, waren etwas zu viel für sie. Sie waren nur noch verwirrt und glaubten uns wohl kein Wort mehr. Also teilte ihnen Draszmar mit, er werde als Mitglied der Feuermagier-Gilde in ihrem Auftrag die Dungeons erforschen, wir packten unseren toten Xerxes wieder ein und zogen ab.
Es kam jetzt die Diskussion auf, was wir mit der Leiche machen sollten. Weniger subtile Vorschläge, wie öffentlich ausstellen oder die Abenteurergilde damit konfrontieren, wurden abgelehnt und zu guter Letzt beschlossen wir, ihn als As im Ärmel einfach aufzuheben. Also versteckten wir den guten Xerxes in unserem Zimmer und pilgerten wieder in unseren Heißgeliebten Dungeon. Dort hatten wir einen Gang noch nicht weiterverfolgt, also rein ins Vergnügen. Dieser Gang endete an einer Türe, die wieder mal mit merkwürdigen Runen geschmückt war. Hesinde sei dank waren es nur drei und sie sahen denen an der anderen Tür und denen auf Xerxes verdächtig ähnlich. Marouque tat nicht lange rum, sondern berührte die drei Runen (was auch Angst erzeugte, aber nicht so wild wie bei der anderen Tür) und die Tür ging auf.
Dahinter war ein Altarraum mit einer weiteren Tür. Auf dem Altar stand eine Statue, die einen schwarzen Drachen liegend auf einem Haufen Ratten darstellte und mit getrocknetem Blut überzogen war (*würg*). Jetzt waren wir von der Symbolik völlig verwirrt, bis uns Lizzarra erzählte, dass Ratten ein Zeichen des Namenlosen waren. OK, also waren wir auf der richtigen Spur, aber was sollte der Drache? Mischt hier Takhisis auch noch mit? Die Antwort bekamen wir im nächsten Raum, der wohl so eine Art Archiv war. Es gab hier hauptsächlich Namenslisten, aber wir fanden Hinweise, dass es hier um den von uns vor 20 Jahren heimgesuchten und sabotierten Drachenkult ging, mit der abschließenden Aussage, dass es vor 20 Jahren nicht geklappt hätte, dann müsste man es eben jetzt auf andere Art und Weise versuchen.
Schluck.
Jetzt wurde es kompliziert. Der Drachenkult, der Namenlose, Dunkelelfen, Lloth. Im Endeffekt schien aber alles auf den Namenlosen hinauszulaufen. Denn Lizzarra (oder diese Siem-Priesterin, weiß es nicht mehr) gab uns noch den Hinweis, dass es für alle Götter Sternbilder gäbe, nur nicht für den Namenlosen, dort wäre bei Nacht ein sternenloser Fleck am Himmel. Nacht ohne Sterne. Aha. Und das Beste war: Gerade der angesetzte Hochzeitstermin ist die Zeit, wo das (Nicht-)Sternbild des Namenlosen aktuell ist. Soso. Das heißt also, gerade bei der Hochzeit geht diese eklige Tür auf und was immer Ekliges drin ist, kommt eklig raus.
Da haben wir ja einiges herausgefunden, das Problem ist nur, dass das wieder einen Haufen Fragen aufgeworfen hat:
• Basierte der Drachenkult schon immer auf dem Namenlosen?
• Der Drachenkult waren Menschen, was hat das mit Dunkelelfen zu tun?
• Haben sich Lloth-Anhänger und Anhänger des Namenlosen verbündet?
• Sind die Lloth-Anhänger vielleicht nur getarnte Anhänger des Namenlosen?
• Wenn ja, warum tarnen sie sich als Lloth-Anhänger und nicht als irgendwas Harmloses wie z.B. Peoni-Weicheier?
• Und wenn es gar nicht um dunkelelfische Llothis geht, was will Lizzarra mit ihrer Story von Dunkelelfen-Häusern eigentlich?
• Was tun wir als nächstes, immer noch versuchen, die Tür zu öffnen?
• Garretts verseuchtes Blut an den Drachen oder die Tür schmieren?
• Den Inhalt der grünen Flasche an den Drachen oder die Tür schmieren?
• Was machen wir jetzt noch bis zur Hochzeit? Sollen wir wirklich bis zum großen Knall warten oder können wir noch Maßnahmen ergreifen?

Wieder Mal Fragen über Fragen!

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